Alice von Gwinner

Letzter Wille: Idylle

„Leben Sie nicht nur auf der Erde, werden Sie ein Teil von ihr!“

Mit diesem Leitspruch wirbt die „Idyll AG“ für ihre Erfindung. In flüssiger Form eingenommen verwandelt ein Serum den Körper ihrer Kunden in deren Traumlandschaft, in ihre Idylle, die Seele bleibt erhalten und ein Lebensabend in Harmonie ist gesichert.

Die eifrige Angestellte Anja arbeitet im Großraumbüro der innovativen Firma. In den Arbeitsabläufen zeigt sich leider das Gegenteil von Modernität. Lochen, Tackern, Briefmarken kleben sind streng getrennte Bereiche, die den Alltag im Büro zu einer Maschinerie der Monotonie machen.

Ein Arbeitsverzug wird durch Angestelltenentfernung und sofortigen Ersatz geregelt. Anjas Alltag wird nur durch die seltenen Auftritte des Chefs der Firma versüßt, doch diese heimliche Schwärmerei ist strengstens unter Verschluss zu halten...

13 Minuten, D 2013

Vorstellung der Schauspieler und des Teams, sowie ein Blick hinter die Kulissen werfen unter www.letzter-wille-idylle.de


Jurybegründung für Hauptpreis "Obelisk" bei den Deutschen Filmfestspielen 2015:

„Idyll AG zeigt, dass sich das Leben nicht planen lässt. Alice von Gwinner hat diesen
Film mit einer solch präzisen, aber auch liebevollen Hand produziert, dass man nicht
umher kommt, diese Leistung zu würdigen. Ein phantasievolles Drehbuch, absolut
professionelles Bühnenbild, gepaart mit Animationen und tollen Darstellern in
aufwändigen Kostümen, nehmen einen mit in die Welt der Harmonie, die letztendlich
keine wird. Das alles mit einem perfekt gemischten Sound und einer eindrucksvollen
Effektgeräuschkulisse. Alice von Gwinner hat bewiesen, dass man auch mit jungen
Jahren eine beeindruckende Produktion stemmen kann, die den Zuschauer
mitreisst.“
Laudator: Thomas Blachetzki

Jurybegründung für Sonderpreis beim 24h Wunderlandfestival in Berlin 2013:

"Den zweiten Sonderpreis erhielt Alice von Gwinner für ihr absurd-dystopisches Märchen „Letzter Wille Idylle“. Sie lehrt uns damit einmal mehr, dass der Schein trügen kann und zeigt uns gleichzeitig auf wie sehr der Mensch in vorgegebene Muster eingeengt ist und wie hart die Konsequenzen sind, sollte er versuchen diese zu durchbrechen."

Jurybegründung für 1.Preis der Guardini-Stiftung beim Filmpreis zum Zweiten Gebot:

"(...) Nicht nur, dass die Arbeitsumgebung – eine ironisierende Vintage- Collage aus der Maschinenwelt einschlägiger filmischer Zukunftsfiktionen der vergangenen Jahrzehnte – außerordentlich abstoßend wirkt, die ohnehin auf Reibungslosigkeit getrimmten mechanischen Abläufe sehen das Menschliche gar nicht erst vor, und dieses Missverhältnis zwischen Glücksverheißung und kruder Realität fällt die Protagonistin, eine subalterne Angestellte namens Anja, zum Opfer. (...) Der Film nimmt das große Narrativ des Heilsversprechens aufs Korn, das so plausibel daherkommt (sonst gäbe es ja keinerlei Wirkung von Marketing und Werbung), aber in dieser Weise niemals in Erfüllung gehen kann. (...) Zu loben sind neben der Regisseurin vor allem die beiden Hauptdarsteller Lena Krimmel und Klaus-Peter Grap, sowie die Szenenbildner, den Kameramann und die vielen, die zu diesem wunderbaren Film beigetragen haben. "

Auszeichnungen

Deutsche Filmfestspiele 2015 (BDFA Bund deutscher Filmautoren): Hauptpreis "Obelisk"
FILMThuer Jena 2014 – Hauptpreis Kategorie Studenten: Goldene FILMthuer
DEKALOG Filmpreis zum Zweiten Gebot der Guardini Stiftung und der St. Matthäus Stiftung in Berlin 2013 - 1.Preis
24h Wunderland Festival in Berlin 2013 - Sonderpreis

Festivals und Screenings

nachtsicht Festival in Stuttgart, 2017
Kurzfilmabend in der Ruine Hornstein, 2016

Vault Film Festival London, England, 2016
Kurzfilmabend im Franz Mehlhose, Erfurt, 2015
Quellinale, Quellenhof in Garbisdorf, 2015
Qabila Film Festival, Kairo, Ägypten, 2015
FERFILM Festival, Ferizaj, Kosovo, 2015
City Crash Festival Leipzig, 2015
Museumsnacht in Weimar Juni 2015
The Quarantine Film Festival, Bulgarien, 2015
Cabriolet Filmfest Libanon, 2015
Independent Days Filmfest in Karlsruhe, 2015
ÉCU The European Independent Film Festival in Paris, 2015
FantEx in Waiblingen, 2015
CineGlobe Festival International de Films au CERN bei Genf, 2015
23. Filmfestival ContraVision in Berlin, 2015
Root Film Filmfestival in Griechenland, 2015
Ploiesti International Filmfestival in Rumänien, 2015
Fernsehen: MDR unicato im Februar 2015
28. Stuttgarter Filmwinter, 2015
Kurzfilmwanderung in Erfurt, 2014
Kunstrasenfestival in Erfurt, 2014
Kurzsuechtig in Leipzig 2014
interfilm in Berlin 2013, Rahmenprogramm
backup_festival 2013 in Weimar
Medienrolle der Summary der Bauhaus Uni Weimar 2013